Was tun bei einem Heizungsausfall?

Ein Heizungsausfall erfordert nicht nur eine rasche Weitergabe von Informationen durch den Mieter, sondern auch ein sofortiges Handeln des Vermieters. Nur wenn beide Parteien ordnungsgemäß reagieren, können hohe Kosten oder gar gerichtliche Auseinandersetzungen verhindert werden. Doch wie reagiert man richtig?

Der Vermieter muss so schnell wie möglich über den Heizungsausfall informiert werden

Der Vermieter muss natürlich sofort in Kenntnis darüber gesetzt werden, dass die Heizung nicht funktioniert bzw. ausgefallen ist. Ist der Eigentümer bzw. Vermieter jedoch nicht erreichbar oder besteht Gefahr in Verzug, muss der Notdienst kontaktiert werden. Allfällige Kosten muss der Eigentümer tragen. Liegt kein Gefahr in Verzug vor oder sind die Temperaturen noch nicht dermaßen eisig, dass man mitunter auch ein bis zwei Tage ohne Heizanlage auskommen kann, muss dem Vermieter natürlich die notwendige Frist gewährt werden, damit er ordnungsgemäß reagieren kann. Welche Fristendauer jedoch einzuhalten ist, ist nicht geklärt; hier gibt es keine gerichtlichen Entscheidungen.

Auch Mietminderungen sind möglich

Beim Heizungsausfall sind Mieter und Vermieter in HandlungspflichtReagiert der Vermieter etwa gar nicht, hat der Mieter natürlich das Recht auf Einbehaltung der Miete bzw. eine Mietminderung. Auch hier gibt es keine Einheitswerte, wie hoch die Mietminderung bei einem Heizungsausfall ausfällt. Das Gericht entscheidet in jedem Fall individuell, sodass Mietminderungen zwischen 5 Prozent – aber auch 100 Prozent – möglich sind. Fakt ist: Die Wohnung muss während des Tages mindestens 20 Grad aufweisen; während den Nachstunden darf das Objekt nicht kälter als 18 Grad werden.

Auch schriftlich darüber in Kenntnis setzen

Der Vermieter muss reagieren, wenn er vom Heizungsausfall in Kenntnis gesetzt wird. Verabsäumt der Mieter aber die Informationsweitergabe, haftet dieser selbst für aufgetretene Schäden in der Wohnung. Auch für etwaige Alternativen (Heizstrahler, etc.) kommt der Vermieter nur dann auf, wenn er vom Mieter darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass die Heizung ausgefallen ist. Damit am Ende nicht Aussage gegen Aussage steht, sollte der Eigentümer zusätzlich auch schriftlich über den Heizungsausfall in Kenntnis gesetzt werden.

Zwischen Informationsweitergabe und Eigentümerreaktion

Reden sorgt bekanntermaßen für die Lösung des Problems. Wichtig ist, dass beide Parteien offen die Problematik ansprechen und mitunter so reagieren, wie es das Gesetz vorschreibt. Das bedeutet, dass der Mieter eine Informationsweitergabepflicht hat, während der Eigentümer natürlich auf den Heizungsausfall dermaßen reagieren muss, dass jene Anlage so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden kann.