Sind Kinderwagen und Co. im Treppenhaus erlaubt?

Vielleicht kennen Sie das Problem auch aus Ihrem Treppenhaus: Auf der Treppe liegen Zeitschriften herum, über die man ständig stolpert, die Nachbarin hat mal wieder ihren Kinderwagen mitten im Gang geparkt und auch der Rollator am Eingang der Waschküche ist ständig im Weg. Hier fragen sich nicht wenige Mieter, wie eigentlich die rechtliche Lage aussieht und ob Kinderwagen & Co. in Treppenhäusern generell erlaubt sind. In diesem Artikel wird auf die Problematik eingegangen und auch wir erklären hier, was Sie wissen müssen.

Rollator und Kinderwagen beschweren Chaos im Hausflur – was ist erlaubt und was nicht?

In Mietshäusern gelten RegelnIn so manchen Treppenhäusern stapeln sich die Werbeblätter auf den Treppen, die Kinderwägen und der Rollator am Hauseingang und andere Hindernisse, die viele Mieter stören. Grundsätzlich gilt hier: So lange niemand effektiv bei der Nutzung des Treppenhauses gestört wird und Zeitungen regelmäßig entsorgt werden, gibt es keine Probleme.
So darf der Vermieter nichts dagegen haben, wenn einige Zeitschriften oder Branchenbücher im Hausflur liegen, so dass sich die Mieter davon etwas mitnehmen können.

Kinderwagen, ein Rollator oder ein Rollstuhl darf von den Mietern ebenfalls im Treppenhaus geparkt werden, sofern diese darauf angewiesen sind. Dennoch gilt es auf der anderen Seite zu beachten: Natürlich ist ein Treppenhaus keine Lagerhalle, in der man einfach alles abstellen kann, das man nicht in der Wohnung haben will. Insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz sollte man hier abwägen, wo man Kinderwagen, Rollator & Co. platziert. Rettungs- und Fluchtwege müssen beispielsweise immer frei zugänglich sein – das kann im Ernstfall Leben retten.

Sauberkeit und Ordnung in Gemeinschaftsräumen – was hier für Mieter gilt

Übel riechende Waschküchen mit verschüttetem Waschpulver, zugemüllte Briefkästen oder sogar Hundehaufen auf der Treppe – manchmal ist es wirklich grenzwertig, was einem da so in Miethäusern begegnet. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, wie man das Problem als Mieter bzw. Vermieter lösen kann.

Das Sauberhalten von Gemeinschaftsräumen – also auch dem Treppenhaus – ist in erster Linie die Sache des Vermieters. Dennoch gibt es häufig Putzpläne für den Hausflur bzw. die Gemeinschaftsräume, die dann von den Mietern eingehalten werden müssen, da sie auch im Mietvertrag oder in der Hausordnung festgehalten sind. Weiterhin ist es dem Vermieter gestattet, einen Putzdienst zu beauftragen, um die Gemeinschaftsräume zu reinigen. Diese Kosten werden dann auf den Mieter als Betriebskosten übertragen. Allerdings darf der Vermieter Regeln für die Reinigung nicht später noch willkürlich abändern, sondern nur dann, wenn sämtliche Mietparteien einverstanden sind.

Nun ist es jedoch so, dass es häufig für den Mieter teurer ist, eine Putzfirma zu bezahlen, als selbst kurz das Treppenhaus durchzufegen bzw. zu wischen. Hier sollte man sich die Frage stellen, ob man als Mieter das Recht hat, das Treppenhaus auf eigene Faust zu säubern. Ist dies im Mietvertrag schriftlich mit einer Klausel festgehalten, kann er dies auf jeden Fall tun – egal, was der Vermieter nachträglich sagt. Wenn der Mieter in der Putzpflicht steht, kann er das also auch selbst erledigen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der Putzdienst bisher schon ohne vorherige Beanstandungen für die Reinigung der Gemeinschaftsräume zuständig war – dann muss dieser Sachverhalt auch weiter so bestehen bleiben und der Mieter muss sich fügen.