Reicht der Verdacht auf Asbest für eine Mietminderung

Seit einigen Jahrzehnten bereits ist es verboten, mit Asbest zu bauen. Viele der heute bestehenden Häuser enthalten diesen Stoff jedoch noch. Betroffen sind vor allem Gebäude, die in den 60er und 70er Jahren errichtet worden sind. Damals hat man es wegen seiner feuerfesten Eigenschaften gerne genutzt – als Dämmstoff, in und unter Fliesen, Bodenbelägen, Dichtungen, Nachtstromspeicherheizungen oder Trennwänden. Lesen Sie dazu auch: www.top-immobilien.de/blog/mietminderung-bei-verdacht-auf-asbest/.

Gefährlich wird Asbest für Mensch und Tier, wenn Fasern des Minerals in der Luft enthalten sind. Das passiert sehr leicht im Zuge von Modernisierungen und Umbauten, weil die asbesthaltigen Oberflächen dabei zerstört werden und das Mineral freigesetzt werden kann. Das Tückische am Asbest ist, dass er krebserzeugend wirkt und sich diese Wirkung erst nach etwa 30 bis 40 Jahren zeigen kann. Asbestose ist eine harmlosere, aber ebenso schädliche Folge.

Gibt es im Fall des Verdachts ein Recht auf Mietminderung?

Immobilien in Berlin Treptow-KöpenickKurz gesagt: Nein. Der reine Verdacht, dass sich Asbest in der Wohnung befindet, ist für eine Mietminderung nicht ausreichend. Wenn der Mieter einen solchen Verdacht hat, sollte er ihn gegenüber seinem Vermieter äußern. Dann müsste ein Fachmann bestellt werden, der eine Asbestbelastung feststellt oder auch ausschließt. Der Mieter kann den Auftrag selbst erteilen, falls der Vermieter dies nicht übernehmen möchte. Sollte sich tatsächlich eine Asbestbelastung herausstellen, trägt der Vermieter die Kosten für die Analyse und muss eine Mietminderung hinnehmen. Denn als Vermieter ist er verpflichtet, die Wohnung in einem bewohnbaren Zustand zu übergeben. Inwieweit dies bei einer Asbestbelastung (vorübergehend) gewährleistet ist, muss im konkreten Fall abgewogen werden.

Asbest muss fachgerecht entfernt werden

Wenn eine Belastung mit Asbestfasern in der Luft gemessen wird, muss die Ursache von einem Fachmann entfernt werden. Diese Ursache kann zum Beispiel ein Bodenbelag sein. Die Sanierungsarbeiten können eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, während der die Wohnung vermutlich nicht bewohnbar sein wird. In diesem Fall muss der Vermieter für eine Ersatzwohnung sorgen, für die er auch die Kosten tragen muss. Solche Kosten, wie auch die Kosten für die Entfernung des Asbests sind Instandhaltungskosten und können nicht auf die Mieter umgelegt werden. Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten muss erneut geprüft werden, ob die Raumluft nunmehr faserfrei ist.